Bundesjustizministerin Katarina Barley will das Bestellerprinzip auch bei Immobilienkäufen einführen. Die Maklerprovision soll zukünftig ausschließlich der Auftraggeber also i.d.R. der Verkäufer zahlen. Das Besteller-Prinzip bei der Vermittlung von Mietobjekten gilt bereits seit drei Jahren. „Maklergebühren lassen die Kosten beim Wohnungs- oder Hauskauf explodieren. Durch das Besteller-Prinzip würden die Käufer spürbar entlastet werden“, so Barley. Die Grünen hatten einen diesbezüglichen Antrag im Bundestag gestellt. Die FDP begrüßt den Vorstoß auf Senkung der Kaufnebenkosten, hält allerdings einen Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer für zielführender. Der IVD ist grundsätzlich gegen ein sog. Bestellerprinzip beim Immobilienverkauf. Insbesondere ist der IVD gegen eine Neuregelung, nach der die Maklerprovision nur noch vom Verkäufer verlangt werden kann. Dies widerspricht dem Leitbild des Immobilienmaklers, der intermediär zwischen Verkäufer und Käufer ist. Ein solcher Systemwechsel hätte dann zur Folge, dass der Immobilienmakler nur noch dem Verkäufer als Berater zur Verfügung steht. Der Käufer wäre bei einer seiner größten Investitionsentscheidung weitgehend auf sich allein gestellt, obwohl es aus seiner Sicht Sinn macht, einen fachkundigen Interessenvertreter an seiner Seite zu haben. Zudem ist zu erwarten, dass die Verkäufer die Provision auf den Kaufpreis aufschlagen, was zu einer höheren Belastung mit Grunderwerbsteuer führt. Die ohnehin schon hohen Immobilienpreise würden als eher weiter steigen. Die große Koalition von CDU/CSU und SPD hat die Maklerkostenreform nicht im Koalitionsvertrag vereinbart. Daher ist die Umsetzung Verhandlungssache.